- LEXIKON EDELMETALLKUNDE -

Edelmetalle
Als Edelmetall werden alle Metalle bezeichnet, die unter hohen Temperaturen keine Verbindung mit Luft-Sauerstoff eingehen. Dazu zählt man in erster Linie Gold und Platin.

Gold
Chem. Zeichen: AU
Dichte: 19,3 g/cm3
Schmelzpunkt: 1.064,4 Grad Celsius.
Brinellhärte in
weichgeglühtem Zustand 18 - 20 kg/mm2

Ableitungsform vom indogermanischen Wort ghel = schimmernd, blank, gelb, glänzend, glühend; griechisch: chrysos - Latein aurum. In Ägypten dem "Osiris" = Sonnengott geweiht. Symbol: = Sonnenzeichen - ein Reif, der einen Finger umschließt (göttliches Metall, nur von hohen geistlichen und weltlichen Würdenträgern getragen). Löslich in Königswasser, Quecksilber, Zyankali und Zyannatrium in Verbindung mit Sauerstoff. Handelsformen: Barren, Blech, Draht, Granum (Granalien). Kristallisation: Kubisch
Gold
war schon um 2.900 v. Chr. als Goldmünzen im Umlauf, hat als einziges Metall eine schöne gelbe Farbe, es ist luft-, wasser- und säurebeständig (löst sich nur in Königswasser), und wird von reinem Chlor, Kalium und Natriumzyanid und einigen anderen Chemikalien angegriffen. Das Metall ist sehr dehnbar, 1gr. Gold lässt sich als Draht bis zu einer Länge von 6.000 m ausziehen, oder als Blattgold auf 1/10000 mm drücken. Es besitzt einen hohen Glanz und lässt sich gut polieren. Um dem Feingold eine höhere Festigkeit zu geben, wird es mit anderen Metallen wie Silber, Kupfer oder Palladium zusammengeschmolzen, d.h. legiert. In reiner Form wird es vom Goldschmied selten verwendet.

Durch das Legieren nimmt das gelbe Metall Gold andere Farben an:
Rotgold: das Gold wird rötlich, nur mit Kupfer legiert.
Blassgold: hellgelbe Farbe, nur mit Silber legiert.
Grüngold: hellgelbe Farbe, mit leicht grünem Einschlag, legiert mit Silber und Cadmium, findet z.B. Verwendung zur Herstellung von Eichenblättern beim Grandlschmuck.

Weißgold: weißgraue Farbe, manchmal mit einem ganz leichtem Goldeinschlag, legiert mit Palladium oder Iridium, beim früher verwendetem Nickelweißgold reichten 2% Nickel um das Gold strahlend weiß einzufärben.

Silber
Chem. Zeichen: AG
Dichte: 10,39 g/cm3
Schmelzpunkt: 960,5 Grad Celsius.
Brinellhärte in weichgeglühtem Zustand 25 kg/mm2

Ableitungsform vom lat. Wort argentum, griech. Wort argyron = glänzend, strahlend. In Ägypten wurde es Mondmetall genannt. Der deutsche Name soll sich vom sagenhaften Ursprungsland Salybe ableiten. Kristallisation: Kubisch (regulär). Löslichkeit: Salpetersäure zu Silbernitrat (Höllenstein) - Heiße, konzentrierte Schwefelsäure zu Silbersulfat - Quecksilber (Silberamalgam) - Zyankali und Zyannatrium in Verbindung mit Sauerstoff.
Silber
war im Altertum seltener und teuerer als Gold, und hat eine helle weiße Farbe. Durch den Schwefelwasserstoffgehalt der Luft bildet sich jedoch ein dunkler Überzug, das Silbersulfid. Das Silber läuft an. In Salpeter- und heißer konzentrierter Schwefelsäure wird Silber gelöst, in Königswasser bildet sich dagegen ein unlöslicher Silberchloridüberzug.

Wie Gold wird auch Silber von Alkalizyanidlösungen angegriffen. Glanz und Polierbarkeit ist bei Silber sehr gut, es hat eine große Dehnbarkeit und ist der beste Leiter für Wärme und Elektrizität. In reiner Form wird das Silber selten verarbeitet, für Schmuckzwecke mit Kupfer und als Legiermetall mit anderen Metallen verwendet.

Platin
Chem. Zeichen: PT
Dichte: 21,45 g/cm3
Schmelzpunkt: 1.773,5 Grad Celsius.
Brinellhärte in weichgeglühtem Zustand 50 kg/mm2

Lat.: platinium = silberähnlich
Spanisch = Platina = silberartig, Plata = Silber 1735 beim Fluss Pinto in Columbien entdeckt, Platina del Pinto. Eigenschaften: dunklerer Farbton als Silber - bei Weißglut "schweißbar" - luft-, wasser- und säurebeständig - weich, gut dehnbar - im legierten Zustand hohe Polierfähigkeit - neben Palladium und Iridium der geringste Wärme- und Elektrizitätsleiter - nimmt beim Schmelzen Sauerstoff auf und gibt ihn beim Erkalten unter Spratzen wieder ab (gleiche Erscheinung beim Silber) - mit gewöhnlicher Gasflamme nicht schmelzbar - kommt nicht pur vor, sondern vermengt mit den Platinmetallen. Löslichkeit: im heißen Königswasser, schon im kalten Zustand von diesem Säuregemisch angegriffen entsteht die sogenannte Hexochloroplatinsäure.

Platin
hat eine grauweiße, stahlähnliche Farbe und ist praktisch luft-, wasser- und säurebeständig. Da reines Platin für Schmuckzwecke zu weich ist, wird es mit Iridium, Palladium oder Kupfer legiert. Als Schmuck wird es ausschließlich in 950/ooo oder höher verarbeitet. Das Edelmetall besitzt einen hohen Glanz und eine gute Hautverträglichkeit.