- ALLGEMEINE INFORMATIONEN EDELSTEINE -

Diamant


Seine Unvergänglichkeit macht den Stein zum Symbol für Beständigkeit, Zuneigung und Liebe. Perfekte Schliffe verleihen ihm seine unvergleichliche Brillanz, sein Feuer und sein Funkeln. Wird er rund und mit mindestens 57 Facetten versehen, nennt man ihn BRILLANT .
Am kostbarsten und wertvollsten sind völlig farblose Diamanten, welche frei von inneren Merkmalen sind.

Natürliche Einschlüsse mindern wohl den Wert, doch sind sie Echtheitsmerkmale, gewissermaßen ein natürliches Zertifikat !
Grösssere und dunkle Einschlüsse können die Brillanz mindern.

Völlig farblose oder intensiv naturfarbene Diamanten von Gelb bis Rosa und Blau sind außerordentlich selten und erzielen deshalb auch Spitzenpreise.

Er besteht zu 100% aus kristallisiertem Kohlenstoff. Es ist das härteste Material, das wir kennen. Die Mohshärte ist 10. Oder anders ausgedrückt, Diamant besitzt eine Schleifhärte von 140.000. Zum Vergleich: Quarz hat eine Schleifhärte von nur 120.

Damit er entstehen konnte, brauchte es einen Druck von 100.000 bar und rund 3.000º Celsius. Diese Bedingungen herrschen in einer Tiefe von 10.000 Metern. Und daher stammt er. Aus dem Inneren unserer Erde. Ein Vulkanausbruch brachte ihn vor Millionen Jahren an die Oberfläche.

Diamanten gibt es aber nicht überall auf der Welt. Nur dort, wo es den sog. yellow ground (gelbe Erde) gibt, kann man hoffen, sie zu finden. Der yellow ground ist das Verwitterungsprodukt des blue ground, dem Kimberlit, welches ein sehr hartes Vulkangestein ist. Diamanten werden hier bergmännisch abgebaut, zum Teil mit enormem maschinellen Einsatz. Neben diesen primären Lagerstätten gibt es die sekundären Stellen, an denen sich das vom Wind, Eis und Wasser abgetragene Material verstärkt abgelagert hat. Diese sogenannten Seifenlagerstätten gibt es z. B. in Namibia. Andere wichtige Fundländer sind Zaire, Venezuela, Ghana, Rußland und Australien.

VORSICHT BEIM KAUF VON DIAMANTEN ! Diamanten sollten sie nur im Fachgeschäft kaufen.

 




Rubin


Ein Rubin von feiner Qualität besitzt eine ganz außergewöhnliche Anziehungskraft. Er gehört zu den wertvollsten Edelsteinen überhaupt und übertrifft leicht Diamanten von bester Qualität an Preiswürdigkeit.

Die preisentscheidende Bewertung eines Rubins unterliegt recht subjektiven Eindrücken. So ist es neben den anderen Edelsteinqualitätsmerkmalen in der Tat die Farbe, welche eine wahre Rarität ausmacht. Die Farbtöne reichen von Rosa bis zum dunklen Purpur. Die begehrteste Nuance ist jedoch das satte Karminrot, das „Taubenblutrot“. Für feinste Qualitäten werden per carat, also 0,2 Gramm, 30.000 Euro und mehr bezahlt.


Ein weiterer Grund für den zum Teil ernormen Preis von Rubin ist seine Zusammensetzung. Zusammen mit Saphir bildet Rubin die Korund-Gruppe. Beide, Rubin und Saphir bestehen aus Aluminiumoxid. Rubin jedoch besteht aus einem chromgefärbten Aluminiumoxid. Chrom selbst kommt in der Erdrinde normalerweise nur in großen Tiefen vor. Das heißt, es muß aufsteigen, auf sich gerade verfestigendes Aluminiumoxid treffen und sich damit verbinden! Das ist sehr selten der Fall und darum gibt es auf der Erde nur wenige Rubinvorkommen.

Natürlich wird der Rubin vorwiegend als Schmuckstein verarbeitet und ist als solcher weit verbreitet. Durchsichtige Rubine erhalten in der Regel einen Facetten-Schliff, wie z. B. Treppen- oder Brillantschliffe. Mit einem Cabochonschliff werden die undurchsichtigen Varietäten versehen. Wenn die eingeschlossenen Rutilnadeln entsprechend angeordnet sind, kommt es bei dieser Schliffart zu seidigem Schimmer, Katzenaugeneffekten und sogar zum geschätzten Asterismuseffekt. Hier gleitet ein sechsstrahliger Stern über die Oberfäche des Rubins.

Saphir

Alle nicht rubinroten Korunde in Edelsteinqualität werden als Saphire bezeichnet. Außer dem blauen und dem farblosen Saphir (Leukosaphir) werden braune, gelbe, orangefarbene, violett- purpur-, rosafarbene und flaschengrüne Saphire gefunden.

Die sehr geschätzte blaue Farbe des Saphirs wird durch Titan und Eisen hervorgerufen, gleichzeitig vorhandenes Chrom verleiht dem Saphir eine violette Farbe. Zweiwertiges Eisen gibt dem Saphir eine gelbe Farbe.

Die schönsten kornblumenblauen Saphire kommen aus Birma. Hellblaue und stahlgraue Steine kommen aus Sri Lanka. Australische Saphire besitzen ein sehr dunkles, leicht grünliches Blau. Weitere Fundorte sind Brasilien, Kambodscha, Rhodesien.

Beim orangegelben rötlichen Saphir, wird die Farbe durch Chrom, Eisen und Vanadium hervorgerufen, dieser Edelstein wird als Padparadscha bezeichnet, und ist von Liebhabern sehr geschätzt.

 


Smaragd


Der Name stammt aus dem griechischen "smaragdos" = Smaragd gemeint war damit ein grüner Stein.

Der Smaragd gehört mit dem Beryll und Aquamarin zur Beryllgruppe. Der Smaragd ist der am höchsten bewertete Beryll. Am begehrtesten ist das satte Grün, es ist so unvergleichbar, daß man von "smaragdgrün" spricht. die farbgebende Substanz ist Chrom mit Spurenelementen von Vanadium.

Die bekanntesten Lagerstätten sind in Kolumbien, die Mine von Muzo, die Mine von Chjivor und Gachala.

In Brasilien die Lagerstätten Minas Gerais, und Goias. Diese Steine sind heller als die kolumbianischen.

Weitere Fundorte sind in Rhodesien, Südafrika, Indien und Australien.

Für Mineraliensammler sind die österreichischen Smaragdvorkommen im Habachtal im Salzburgischen interessant.


Turmalin


Der Name kommt vermutlich aus dem singhalesischen "turmali" = bunte Steine.

Mitte des 18. Jahrhunderts kamen durch die Handelschiffahrt die ersten Turmaline nach Europa. Durch ihre Pyroelektrizität wurden die Minerale als Pfeifenputzer verwendet und bekamen den Namen "Aschentrecker".

Die Turmaline sind eine der farbenreichsten Edelsteine, die in fast allen Farbnuancen vorkommen. Sehr begehrt sind zu den bekannten grünen Steinen die leuchtend roten und strahlend hellgrünen "Paraiba" Turmaline, benannt nach der bekannten Mine in Brasilien.

Vorkommen: Brasilien, Sri Lanka, Oberbirma, Südwest-Afrika

 

Wissenswertes und die Beurteilung von Diamanten
     
  Verschiedene Schliffformen:
   
 
     
     
  Die 4C  
 

Für die Beurteilung von Qualität und Wert eines Diamanten gibt es international vier entscheidende Kriterien, die sog. "4C".

1. CARAT ( GEWICHT ) am Beispiel Brillantschliff
Wie bei allen Edelsteinen wird das Gewicht eines Diamanten in Carat ausgedrückt. Der Begriff "Carat" geht auf eine natürliche Maßeinheit, die Samen des Johannisbrotbaums, zurück. Ursprünglich wurden Diamanten gegen diese Samen aufgewogen. Dann wurde ein einheitliches System entwickelt, nach dem ein Carat einem fünftel Gramm entspricht.
Ein Carat ist in 100 Punkte unterteilt. So entspricht ein Diamant von 25 Punkten einem Viertelcarat oder 0,25ct.


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2. CLARITY ( REINHEIT ) am Beispiel Brillantschliff
Fast alle Diamanten enthalten innere Merkmale in Form von eingeschlossenen Mineralien, Rissen oder Wachstumserscheinungen, welche die Reinheit beeinträchtigen. Diese sind meist so klein, dass sie nur unter der Lupe oder dem Mikroskop sichtbar werden. Sie gelten als die Fingerabdrücke der Natur, die jeden Diamanten zum Unikat machen. Je weniger Einschlüsse ein Stein hat, umso seltener ist er. Der Reinheitsgrad gibt Ihnen also Auskunft, inwieweit der Diamant frei von Einschlüssen ist.


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3. COLOUR ( FARBE ) am Beispiel Brillantschliff
Diamanten gibt es in allen Farben. Am häufigsten sind gelbliche Töne, sie werden mit den farblosen Diamanten bei der Graduierung zusammen in der sog. Gelbreihe beurteilt. Die seltenen, vollen Farben (rot,blau,purpur,grün,braun,gelb), auch Phantasiefarben oder Fancy Colours genannt, erzielen Liebhaberpreise.


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4. CUT ( SCHLIFF ) am Beispiel Brillantschliff
Die Graduierung des Schliffs setzt sich zusammen aus den messbaren Proportionen sowie aus dem Finish. Der Begriff Finish erfasst die Feinbearbeitung des Diamanten, d.h. man bezeichnet die Ausführung der Schliffart und Form im Bezug auf das handwerkliche Können und der aufgebrachten Sorgfalt beim Schleifen und Polieren. Ein geringes Finish muß aber nicht unbedingt Ausdruck nachlässiger Arbeit sein, sondern kann auch aus einem Kompromiß zwischen gewichtsschonender Bearbeitung und einwandfreier Arbeit heraus entstanden sein.

Der Finishgrad bildet sich aus der Bewertung von Symmetrie und Politur. Die Symmetrie bewertet Mängel, die geeignet sein können, die Brillanz (stark) zu beeinträchtigen. Derartige Mängel werden als Symmetriemerkmale bezeichnet.

Der Schliff ermöglicht dem Diamanten den bestmöglichen Gebrauch des Lichts. Ist ein Diamant in den optimalen Proportionen geschliffen, so wird das eingefallene Licht an den Unterteilfacetten total reflektiert und entweicht direkt oder in den Spektralfarben gebrochen aus dem Oberteil zurück zum Betrachter. Ist der Schliff zu hoch oder zu flach, entweicht Licht nach unten und wird nicht zum Betrachter reflektiert.


(c)IGI



  Nomenklaturen
  Sind die Grundlage jeder Diamanten Graduierung. Darunter versteht man
Bezeichnungsvorschriften und Begriffsbestimmungen für die verschiedenen
Qualitätsmerkmale der Diamanten.
   

 

Die 10 weltberühmtesten Diamanten

Der Edelste unter den Edlen

Diamant gilt als der König der Edelsteine, als Symbol für Reichtum und erhabenen Schmuck. Er besitzt viele edle Eigenschaften, mehr als jeder andere Edelstein.
Seit jeher misst man dem Diamanten wegen seiner Härte (die Griechen nannten den Diamant "adamas", den Unbezwingbaren) einen derart großen Wert zu, wodurch er auch als der König der Edelsteine genannt wird. Diamant besteht nur aus einem einzigen Stoff, aus reinem Kohlenstoff. Mit Härte 10 auf der Mohs`schen Ritzhärteskala ist er das einzige Mineral, das nur mit sich selbst bearbeitet werden kann. Er ist der "unvergänglichste Edelstein", besitzt die höchstmögliche Lichtbrechung und darüber hinaus eine großartige Farbstreuung.


Diamant & Härte 10

Diamant, der härteste Edelstein. Was sagt Härte 10 eigentlich konkret aus? Diese relative Härteangabe geht auf den Mineralogen Friedrich Mohs (1773-1839) zurück. Er stellte 10 Minerale auf, wobei das Mineral mit der höheren Zahl in der Lage ist, das in der Reihenfolge darunterliegende zu ritzen. Diamant ist demzufolge anoberster Stelle und kann durch nichts bezwungen werden. Die tatsächliche physikalische Härte wird bestimmt durch die Schleifhärte nach Rosival, eine Zahl, die den Widerstand eines Stoffes gegen Abschliff angibt. Dadurch wird die Überlegenheit des Superhartstoffes Diamant erst deutlich. Setzt man nach dem Rosival-Verfahren den Wert für Korund auf 1000, ergibt sich für Diamant der sagenhafte Wert 140.000, d.h. Diamant ist 140mal härter als Korund - also als die ebenfalls außerordentlich harten Edelsteine Rubin und Saphir -in der Mohs`schen Skala ist dies jedoch nur ein einziger Schritt: von 9 auf 10!

 

Feste Bindung im Raumgitter

 


Matrixstufe mit einem
freipräpariertem 4-Karäter
aus der
Jagersfonteinmine Südafrika


Das Kohlenstoffatom hat die einzigartige Eigenschaft, mit weiteren Kohlenstoffatomen eine sehr stabile Bindung einzugehen. Das Kohlenstoff-Atom hat vier Außenelektronen. Als sehr kleines Atom zieht der Kern seine Elektronen noch recht stark an, so dass eine Ablösung nicht möglich ist.. Im Diamantgitter ist jedes Kohlenstoffatom über seine Elektronen mit vier benachbarten Kohlenstoffatomen fest verbunden, wodurch so ein dreidimensional vernetztes Atomgitter entsteht. Aus den Atomabständen lässt sich errechnen, dass entlang eines Millimeters von der Kante eines Diamantoktaeders über 9.000.000 Kohlenstoffatome aneinandergereiht sind!! Weil sich die vier bindenden Elektronenpaare zweier benachbarter Atome in ihren Elektronenwolken gegenseitig abstoßen, sind die Bindungen räumlich auf größtmöglichen Abstand fixiert; in tetraedrischer Anordnung.
Diese außergewöhnlich festen Bindungen machen den Diamanten zum härtesten und am schwersten deformierbaren Kristall. Daß man Diamant überhaupt bearbeiten kann, beruht auf unterschiedlich dichten Atombesetzungen in verschiedenen kristallographischen Richtungen.
Die feste Bindung der Kohlenstoffatome im Diamant erklärt noch weitere Eigenschaften:

Hervorragende Wärmeleitfähigkeit
Wärmeschwingungen breiten sich rasend schnell im Gitter aus.

Hohe Lichtbrechung
Die hohe Dichte führt zu entsprechend hoher Lichtbrechung.

Klarheit
In reinen Diamanten kann sichtbares Licht nicht mit den Elektronen in Wechselwirkung treten und absorbiert werden, deshalb sind sehr reine Diamanten farblos.

Elektrisch isolierend
Da fest fixierte Elektronen nicht zum Leiten von Strom beitragen können, ist reiner Diamant ein Nichtleiter. Halbleiter-Eigenschaften bekommt er erst mit bestimmten Beimengungen (Typ II b).

Hoher Schmelzpunkt
4100°C


Entstehung & Fundstellen

 

Finsch Mine in der nördlichen Kapprovinz 1965 in Betrieb genommen

 

Diamanten entstanden tief im inneren unserer Erde vor Milliarden Jahren. Unter enormer Hitze und Druck kristallisierte der Kohlenstoff im Schmelztiegel glühender Lava zu Diamantkristallen. Durch vulkanische Eruptionen wurden die Kristalle auf verschiedenen Kontinenten - Afrika, Russland, Australien,... - durch enge Schlote, so genannte Pipes ans Tageslicht befördert und kühlten in den Kimberlitschloten an der Erdoberfläche ab. Diese Schlote sind heute bekannte Primärfundstellen für Diamanten. Aus der berühmtesten Pipe, der Kimberley-Mine in Südafrika, wurden insgesamt 14,5 Millionen Carat Diamanten - fast 3 Tonnen - gewonnen. Neben den Pipes gibt es auch zahlreiche Sekundärlagerstätten.

Sie rühren davon her, dass die oberen Landschichten im Laufe der Zeit abgetragen oder fortgeschwemmt wurden und damit auch die diamantgefüllten Pipes in ihren obersten Teilen ausgeräumt wurden. Die Diamanten wanderten mit dem Wasser und dem Schutt in andere Gebiete und sogar ins Meer. Dementsprechend gibt es solche alluvialen Lagerstätten in Flusstälern, alten Talterassen und sogar in den Brandungszonen der Meere (Atlantikküste vor Namibia).


Wertschöpfung

Je seltener etwas ist, umso kostbarer wird es. Aus Härte und Seltenheit der Kristalle resultierten die hohe symbolische Stellung bereits im alten Indien als auch in anderen frühen Kulturen. Mit Ausbreitung des Christentums und damit dem Abbau mythisch- magischer Vorstellungen sank in Westeuropa die Wertschätzung des Diamanten. Erst die Verbreitung und Vervollkommnung der Schleifkunst gaben ihm seine führende Position zurück.
Kein anderer Edelstein ist so schwierig und aufwendig - folglich enorm kostenintensiv - zu fördern wie der Diamant, denn rund 250 Tonnen Gestein müssen im Durchschnitt mit hohem techn. Aufwand aus den tiefen der Erde geholt werden, um einen einzigen Schmuckdiamanten zu gewinnen, der nach dem Schleifen noch ein Gewicht von einem Carat hat.
Größere Diamanten sind nicht nur schwierig zu finden, sondern auch rar. Je größer und je besser ihre Qualität, umso seltener sind sie. Somit kostet z.B. ein dreikarätiger Diamant ungefähr das Siebenfache eines Einkaräters gleicher Qualität.

 

Erst der Schliff bringt die Schönheit zum Ausdruck


 

Diamant oder Brillant?

Diamant bezeichnet das eigentliche Mineral. Brillant hingegen ist die Bezeichnung für einen Diamant im klassisch, runden Schliff mit 57 Facetten. Der Brillantschliff ist die bedeutendste und auch eine der wirkungsvollsten Schliffarten, voller Symmetrie und Lichtentwicklung.

 

So entsteht ein Brillant

Schon mit dem ersten Arbeitsgang - Beurteilen und Markieren - ist das meiste Geld zu gewinnen oder zu verlieren. Es muss ein Kompromiss gefunden werden zwischen dem geringen Gewichtsverlust, hoher Reinheit, optimaler Proportion und schneller Bearbeitung.
Zum Spalten nutzt man die vollkommene Spaltbarkeit nach der Oktaederfläche. Mit einem scharfkantigen Stein wird dabei in den zu spaltenden Diamanten eine Kerbe eingetrieben. Diese Kerbe gibt einem stumpfen Stahlmesser die Führung, ein leichter Schlag auf den Rücken des Messers genügt, um den Stein zu spalten.

 

 

Das Sägen - oder richtiger: Trennschleifen - geschieht in Vorrichtungen, die es durch die entsprechende Halterung ermöglichen, den Diamanten variabel zu belasten und ihn leicht gegen eine mit 8000 - 10000 U/min rotierende kleine Trennscheibe aus Phosphorbronze zu pressen. Der Außenrand dieser Scheiben, die Blattstärken von 0,004 bis 0,2 mm haben, wird während des Trennschleifvorgangs mehrmals mit einer Diamantpulver-Öl-Emulsion belegt.

 

 

Zum Reiben (Rundieren) benutzt man eine drehbankähnliche Vorrichtung und einen Hartholzstock, den sog. Reibestock. Ein Rohstein wird dabei auf die Drehbankspindel gekittet, ein zweiter am Ende des Schneidstockes befestigt. Gegen den mit hoher Drehzahl rotierenden Stein wird von Hand der auf dem Schneidstock befestigte Diamant gepresst. Unter grobem Abrieb erhalten so beide Steine die gewünschte, runde Grundform.

 


Das Schleifen und Polieren der Facetten geschieht auf horizontal laufenden, porösen Graugussscheiben. Diese schwingungsfrei gelagerten Scheiben laufen mit einer Geschwindigkeit von 2000-3000 U/min. Diese Schleifscheiben werden mit einer Diamantpulver-Öl-Emulsion belegt. Der Diamant wird in einer sog. Doppe befestigt.
Mit der Schleifzange, die zur Erhöhung des Andrucks mit Gewichten belastet werden kann, wird der in der Doppe gehaltene Diamant auf die Schleifscheibe gepresst.

 


Moderne Lasertechnik verdrängt heutzutage mehr und mehr das klassische, mechanische Spalten und Sägen, da sich ein Laserstrahl unabhängig von kristallographischen Richtungen durch den Diamant "brennen" kann. Heute gibt es Vorrichtungen mit denen der geamte Rohstein mittels Lasertechnik grob vorgeformt werden kann.
Das Schleifen und Polieren widersetzt sich allerdings der Automatisierung, da sehr viele Gesichtspunkte beachtet, durchdacht und gegeneinander abgewogen werden müssen. Erfahrung, Geschick, logisches Denken und individuelle Entscheidungen sind notwendig, um Schleifverluste zu minimieren.

 

Tragehinweise und Pflege

• Diamanten brauchen Pflege, um ihre Brillanz voll zu entfalten. Ein sauberer Diamant reflektiert nicht nur das Licht besser, er erscheint auch größer als einer, der durch Handcreme, Seife, Kosmetika oder Fett "getrübt" ist. Diamanten ziehen Fette an und sollten von Zeit zu Zeit gereinigt werden, um immer im vollen Glanz zu Strahlen.

• Ob man Diamantschmuck auch bei der Gartenarbeit oder beim Sport tragen soll, hängt ausschließlich vom Design ab. Obwohl Diamanten extrem hart sind, können sie durch einen Schlag in Spaltrichtung zerspringen.

• Achten sie auf getrennte Aufbewahrung ihrer Schmuckstücke, denn Diamanten können andere Diamanten oder Edelsteine zerkratzen.

• Lassen Sie Ihren Diamantschmuck mindestens einmal im Jahr vom Juwelier überprüfen und reinigen. Wir kontrollieren die Fassungen und bringen die Diamanten wieder zum Funkeln.

 

 

Geschichtlicher Hintergrund

Der Name des Diamanten stammt vermutlich aus dem Griechischen „adamas" = der Unbezwingbare, der später abgewandelt wurde. Dieser Name rührt von der größten messbaren Härte her, mit der er an der Spitze der Edelsteine steht. Schon vor fast 2000 Jahren erhielt er in Indien den hohen Ruf, der „König der Edelsteine" zu sein. Dieses stolze Attribut verdankt er nicht nur seinen höchsten mineralischen Qualitäten, sondern auch der Tatsache, dass er viele Jahrhunderte selbst unter Fürsten und Königen rar war und deshalb den Königen vorbehalten blieb. Er durfte damals nur von Männern getragen werden. Erst die mutige Favoritin Karls VII., die schöne Agnés Sorel, wagte im 15. Jahrhundert das Tabu zu brechen und als erste Frau sich einen königlichen Diamanten anzustecken. Auch wenn heute schon über 90 % aller auf den Welt-Edelsteinmärkten gehandelten Steine Schmuck-Diamanten sind, ist er dennoch unbestrittener König im Reich der edlen Steine geblieben.
Seltenheit und Preis der Diamanten werden verständlich, 
wenn man die folgenden Daten kennt

In südafrikanischen Minen wird mit einer Ausbeute von 0,5 Karat Rohdiamanten pro Tonne Gestein (= 0,00001 %) gerechnet. Davon sind aber nur 20 % für Schmuckzwecke geeignet. In den großen Diamantvorkommen von Zaire werden nur ca. 2 % für schleifwürdig erkannt. So wurden schon im alten Indien, für den reinsten und feinsten Diamanten - einem „Idealstein" von etwa 10 Karat , 37,3 kg Gold nach damaliger Wertrechnung bezahlt. Vom Altertum bis weit in das 18. Jahrhundert hinein war Indien der alleinige Lieferant von Diamanten für die ganze Welt. Heute sind die dortigen Fundstätten bedeutungslos geworden. Südafrika, Zaire, Botswana, Russland und Australien bestimmen heute den Diamantenmarkt unter Kontrolle des weltweit operierenden De Beers-Konzerns.

Ein lupenreiner Diamant ist von einmaliger Transparenz und Reinheit. Er reflektiert das einfallende Licht nach allen Seiten.

Die Farbe der Diamanten ist weiß, blau, grün, gelb, rosa und auch braun. Die nach weiß genannten Farbvarianten stellen meist nur zarte, leichte Tönungen des farblosen Grundtons dar. Für den Fachmann ist die Farbe des Steins von entscheidender Bedeutung, während der schmuckliebende Laie glaubt, daß die Reinheit ausschlaggebend sei. Deshalb erreichen völlig farblose Steine vom hochfeinen Weiß bzw. Blauweiß den höchsten Wert, weil sie auch am seltensten sind. Weil kein Diamant wie ein Ei dem anderen gleicht, ist eine individuelle Steinbeurteilung erforderlich. Die Bewertung eines Diamanten als Schmuckstein erfolgt mit internationalen Graduierungsmerkmalen nach den weltweit bekannten „4 C", die für folgende Kriterien gelten:
Carat = Gewicht   Colour = Farbe
Clarity = Reinheit   Cut = Schliff
Carat

Das Gewicht des Diamanten und aller Edelsteine wird in Karat = 200 mg = 0,2 g gemessen.
Carat = ct Größe Rondiste*Ø mm Höhe mm
0,05 0,05 2,40 1,5
0,10 0,10 3,00 1,8
0,20 0,20 3,80 2,3
0,30 0,30 4,30 2,7
0,40 0,40 4,80 3,0
0,50 0,50 5,20 3,1
1,00 1,00 6,50 3,9

Colour
Bei der Farbgraduierung unterscheidet man die folgenden Qualitätsstufen:
 
RAL
Skala
Int. Bezeichnung
nach IDC
Deutsche
Bezeichnung
GIA
Code
RIVER exceptional white + hochfeines Weiß + D
exceptional white + hochfeines Weiß + E
TOP WESSELTON rare white + feines Weiß + F
rare white feines Weiß G
WESSELTON white Weiß H
TOP CRYSTAL slightly tinted white leicht getöntes Weiss I
J
CRYSTAL tinted white getöntes Weiß K
L
TOP CAPE tinted colour 1 getönt 1 M
N
CAPE tinted colour 2 getönt 2 O
P
LIGHT YELLOW tinted colour 3 getönt 3 Q
R
YELLOW tinted colour 4 getönt 4 S
Z
  fancy colours Phatasiefarben  
Clarity
Da neben der wertbestimmenden Farbe die Reinheit die Qualitätseinstufung bestimmt, ist die international gültige Reinheitsgraduierung zu beachten:
 
Internationaler Code Int. Bezeichnung nach IDC Deutsche Bezeichnung
if internally  lupenrein
loupe clean
vvs 1 very very small 1 sehr sehr kleine 1
2 inclusions 2 Einschlüsse 2
vs 1 very small 1 sehr kleine 1
2 inclusions 2 Einschlüsse 2
si small inclusions kleine Einschlüsse
p 1 piqué 1 deutliche Einschlüsse 1
2 2 größere Einschlüsse 2
3 3 grobe Einschlüsse 3
Cut
Ein zum Brillanten geschliffener Diamant gilt als Juwel der Juwelen. In seinem Glanz repräsentiert er die höchste Stufe, die von keinem anderen Stein erreicht wird.
Das dem Diamanten eigene „weiße Licht" setzt sich aus den Farben des Sonnenspektrums zusammen, die uns wie ein Feuerwerk bei Lichteinfall entgegenfunkeln. Schon in den Steinbeschreibungen des altindischen Edelsteinlehrers Buddhabatta lautet die Klassifikation: „Ein reiner Diamant von schöner Farbe muss den ihn umgebenden Raum mit dem Licht des Regenbogens erhellen." Diese feurige Regenbogenstrahlung spiegelt eines jener geheimnisvollen Naturphänomene der Schöpfung wieder, die diesem Klarstein seinen mystischen Zauber verliehen haben.
Aufgabe des Schliffs ist es, den Diamanten durch Facetten weiter zu veredeln, um ihm die größtmögliche Schönheit und Ebenmäßigkeit abzugewinnen. Erst die hohe Kunst des im Jahre 1456 erfundenen Brillantschliffs brachte die optischen Qualitäten des Diamanten voll zur Geltung und lockte Feuer und Glanz hervor. Der meist gebräuchliche Brillantschliff gibt dem von Natur aus oft noch trüben und glanzlosen Rohdiamanten insgesamt 58 Facetten:

Facetten
1 Tafel, je 2 x 4 Hauptfacetten auf dem Ober- und Unterteil, weitere 24 Facetten auf dem Oberteil, 16 am Unterteil und 1 abgeflachte Spitze am unteren Ende, Kalette genannt.
Weitere gebräuchliche Schliffarten sind:
 

Oval

Smaragd

Baguette
Oval

Smaragd

Baguette
Herz Navette oder Marquise Tropfen
Herz Navette oder Marquise Tropfen